Ziele
Ausgangslage – Lesben und Schwule im Erwerbsleben
In sämtlichen Bereichen des Erwerbsprozesses sind lesbisch und schwul lebende Menschen anzutreffen. Die Wirtschaft in Österreich ist in nicht ausreichender Weise auf diese KundInnen und MitarbeiterInnen vorbereitet. Langfristig wird es nicht leistbar sein auf diese Zielgruppen, mit ihren individuellen und kollektiven Bedürfnissen, zu verzichten. Ausgehend von der Schätzung, dass ca. 5 - 10 Prozent der Bevölkerung eine andere als eine heterosexuelle Identität aufweisen, wird sichtbar, welches Marktpotenzial bis dato völlig unbemerkt blieb und welche unglaublichen Chancen die Einbindung dieser KundInnen für die Wirtschaft birgt.
Die sexuelle Orientierung ist keineswegs ein diskretes „Hobby“, sondern beeinflusst sämtliche Lebensbereiche und so auch den Arbeitsbereich. Diskriminierende Mechanismen bzw. das Fehlen einer die Vielfalt wertschätzenden Unternehmenskultur führen zu ausschließenden Situationen und kosten nicht nur die Wirtschaft Geld. Der Preis, den die Betroffenen zahlen, ist mitunter hoch: Mobbing, Anpassungsdruck bis hin zur Verleugnung der Identität oder das Phänomen der „gläsernen Decke“ erschweren Lesben und Schwulen das Erwerbsleben nach wie vor. Schätzungen zufolge sind lediglich 14 Prozent der lesbischen Frauen und schwulen Männer am Arbeitsplatz „out“.
Die wirtschaftliche Realität führt vor Augen, dass es zur Zeit keine Anreizsysteme für Unternehmen gibt, Aspekte der sexuellen Orientierung in ihre Unternehmenskulturen, Leitbilder etc., zu integrieren. Unsere Erfahrung in der Arbeit mit Betrieben zeigt, dass das Interesse am Thema zwar steigt, die Notwendigkeit aber noch unklar ist bzw. das Wissen über konkrete Umsetzungsmaßnahmen überhaupt fehlt.
Durch ein öffentlichkeitswirksames Instrument soll Unternehmen ein Anreiz geboten werden, sich mit dem Thema näher zu befassen und in weiterer Folge konkrete Maßnahmen zu setzen. Die Ausschreibung eines Unternehmenspreises wurde dafür als adäquates Mittel gewählt. Es geht darum, Unternehmen auszuzeichnen, die in diesem Sinne agieren und Diversity Management in der Dimension „sexuelle Orientierung“ leben.
„meritus lesbisch schwul ausgezeichnet – Unternehmen des Jahres“ wurde bereits im Jahr 2009 erfolgreich umgesetzt und wird nun biennal durchgeführt. Das Projekt wird durch Bund, Länder, die Sozialpartner und andere Organisationen gefördert. Weitere UnterstützerInnen kommen aus der Privatwirtschaft.
- Projektorganisation
Das Projekt wird von den Queer Business Women (QBW) und den austrian gay professionals (agpro) gemeinsam durchgeführt.
Aus den beiden Vereinen hat sich im November 2010 eine ehrenamtliche Lenkungsgruppe mit vier Mitgliedern und einer Projektleiterin, Mag.a Astrid G. Wilhelm, gebildet. Diese Gruppe wird nach der Preisverleihung im Oktober / November 2011 die Tätigkeiten abschließen. Zusätzlich wird von den Mitgliedern beider Vereine ehrenamtliche Mitarbeit in großem Ausmaß eingebracht.
Das Projekt ist rein gemeinnützig. Die finanzielle Abwicklung des Projekts wird vom Verein QBW übernommen. Inhaltlich stehen die QBW und die agpro gemeinsam dahinter.
Die Queer Business Women sind ein offenes und unabhängiges Netzwerk lesbischer Führungskräfte, Unternehmerinnen und Expertinnen, welches dem gegenseitigen beruflichen, persönlichen, wirtschaftlichen und fachlichen Austausch dient. Da lesbische Rollenmodelle im Arbeitsleben weitgehend unsichtbar sind, gründeten interessierte Frauen im Jänner 2005 die Queer Business Women. Die Queer Business Women arbeiten erfolgreich daran, lesbische Frauen im Erwerbsleben sichtbarer zu machen, Vorurteile abzubauen und deren Akzeptanz zu erhöhen.
Die austrian gay professionals – agpro – sind seit 1998 die österreichische Vereinigung schwuler und bisexueller Unternehmer, Fach- und Führungskräfte. Die agpro sind überparteilich, aber politisch engagiert. Erklärte Ziele sind: Das Erreichen der Gleichberechtigung von homosexuellen Menschen am Arbeitsplatz und in allen anderen Lebensbereichen. Die Förderung der Mitglieder in beruflicher, wirtschaftlicher und persönlicher Hinsicht. Das Sichtbarmachen vielfältiger Formen sexueller Orientierung in unserer Gesellschaft, die in allen Aktivitäten zum Ausdruck kommt.
- Konkrete Ziele des meritus
- gesteigerter Respekt, Toleranz und Wertschätzung in Unternehmen
- Enttabuisierung von homosexuellen MitarbeiterInnen und Führungskräften
- Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung
- breitere Basis für den Nutzen von Diversität im Erwerbsleben
- Vorbildwirkung für Unternehmen, die Vorbehalte haben in der Umsetzung
von Diversity Maßnahmen im Bereich "sexuelle Orientierung"
- gesteigerte Sichtbarkeit von Unternehmen, die bereits Initiativen setzen
- Zielgruppen des meritus
- Unternehmen
- ArbeitgeberInnen
- ArbeitnehmerInnen
- Öffentliche Stellen
- NGOs
- meritus Unternehmenspreis – Kategorien für die Auszeichnung 2011
- Großunternehmen / Organisationen
- KMU – kleine und mittlere Unternehmen / Organisationen
- Jury des meritus 2011 (angefragt)
- AK Präsident Herbert Tumpel (Arbeiterkammer)
- Bundesminister Rudolf Hundstorfer (BMASK)
- Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek (BKA: Frauen)
- Generalsekretärin Mag.a Anna Maria Hochhauser (WKO)
- Dr.in Roswitha Hofmann (QBW)
- Mag. Norbert Pauser (agpro)
Aufgrund der großzügigen ideellen und finanziellen Unterstützung durch die Wirtschaftskammer Wien wurde die Präsidentin der WKW, Frau KommR.in Brigitte Jank, im Jahr 2011 um die Übernahme der Schirmherrschaft gebeten.
- Zeitplan
- 1. Juni 2011 – Ausschreibungsbeginn
- 15. September 2011 – Ende der Einreichfrist
- 20. Oktober 2011 – Galaabend und Preisverleihung
- Galaabend
Der Preis wurde im Jahr 2009 zum ersten Mal vergeben. Der Galaabend anläßlich der Preisverleihung war ein großer Erfolg, auch in den Medien wurde ausführlich über diesen innovativen und zukunftsweisenden Preis berichtet. Neben einer Vielzahl an Regierungsmitgliedern waren VertreterInnen aus Wirtschaft und Gesellschaft anwesend. Für 2011 werden 120 geladene Gäste erwartet.
Der Galaabend anlässlich der Preisverleihung 2011 findet am 20.10.2011 in der Sky Lounge der Wirtschaftskammer Österreich statt.
- meritus Preisauszeichnung – Statue von Dr. Kurt Straznicky
Der Künstler Dr. Kurt Straznicky, lehrend an der Akademie der Bildenden Künste, gestaltet auch 2011 wieder die Statue, die anlässlich der Preisverleihung der / dem GewinnerIn überreicht wird. Die Statue stellt ein weiteres Symbol für Toleranz dar und ist ein sichtbares Zeichen gegen Ausgrenzung im Erwerbsleben.
meritus Projektbeschreibung als PDF
